„Lichter Filmfest“ Frankfurt 2019: 31. März „Julius Meyer – November 1938“ ein Film von Heiko Arendt. Weltpremiere in Anwesenheit des Regisseurs

Der Film widmet sich der Verhaftung von Rechtsanwalt und Notar Dr. Julius Meyer während der November-Pogrome 1938 in Frankfurt.

Darüber legte Meyer 1940 schriftlich Zeugnis ab. In dem Bericht erzählt er von der willkürlichen Festnahme in seiner Wohnung, der Busfahrt zur Festhalle, den Schikanen und Demütigungen an diesem gefängnisgleichen Sammelplatz bis hin zum Transfer an den Südbahnhof. Von dort fuhren die Züge mit etwa 3.000 als Juden verfolgten Frankfurtern im Alter von meist 18 bis 60 Jahren in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau ab.

Gesprochen wird der Text von Jochen Nix.

Lichter Filmfest Frankfurt 2019
Termin: 31. März 13:15 Uhr
Veranstaltungsort: Mal Seh’n Kino Frankfurt // http://www.malsehnkino.de
Der Film: Julius Meyer – November 1938 von Heiko Arendt, 25 min. Weltpremiere in Anwesenheit des Regisseurs.

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Davor findet – ebenfalls in Anwesenheit der Regisseurin – die Weltpremiere von Lilo Mangelsdorffs ‚Monowi Nebraska‘ statt.
Wer auf dem Highway 12 durch die verlassenen Landschaften des US-Bundesstaates Nebraska fährt, dem fällt das Ortschild von Monowi ins Auge. Unter dem Ortsnamen findet sich die Ziffer 1 – sie steht für Monowis letzte Einwohnerin. Weil es nach dem Wegfall der Eisenbahnindustrie in dieser Gegend weder Arbeit noch Perspektiven gab, verließ nach und nach eine ganze Generation das Dorf, bis nur noch ein einziges Ehepaar zurückblieb. Als vor einigen Jahren ihr Mann starb, wurde die 80-jährige Elsie Eiler somit Bürgermeisterin, Bibliothekarin und Kellnerin zugleich – und damit auch die letzte Bewohnerin ihres Dorfes. Trotzdem führt sie keineswegs ein trostloses Leben, sondern füllt mit einer großen Portion Herzlichkeit und einem beneidenswerten Tatendrang ihren Tag. Die kleine Gaststätte ist seither nicht nur ihr Lebensmittelpunkt, sondern auch Treffpunkt ihrer zahlreichen Stammgäste aus den umliegenden Dörfern. Hier hat sie über jedes Haus und jede Straße eine kleine Geschichte zu erzählen und erhält damit das Andenken eines Dorfes am Leben.
Lilo Mangelsdorff zeichnet mit Monowi Nebraska das Portrait einer bemerkenswerten Frau, die in einer trostlosen Einöde allen Umständen trotzt und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.

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