Lesung aus Mosebachs ‚Westend‘ am 9. und 10. Mai in Frankfurt

Mehr als einer seiner gut ein Dutzend Romane wäre für das zehnte Frankfurter Lesefestival ‚Frankfurt liest ein Buch‘ in Frage gekommen. Von Frankfurt versteht Martin Mosebach allerhand und er ist der Stadt in so etwas wie Hassliebe innig verbunden…

Vom fünften Lebensjahr an ist Mosebach im Westend aufgewachsen, wo er bis heute wohnt, scharfzüngiger Kritiker seiner Stadt: „Frankfurt war eine wunderbare Stadt vor dem Krieg.“ Danach habe man „ein riesiges Verwaltungszentrum auf eine kleine Stadt gestülpt“. Heute bescheinigt der Schriftsteller ihr eine gewisse Eigenschaftslosigkeit – sie sei eine große Flughafen-Lounge.

Martin Mosebach, studierte Jura und seit 1980 – da erhielt er den Literaturpreis der Jürgen Ponto Stiftung – schreibt er. Inzwischen liegen elf Romane, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays vor. Mosebach wurde vielfach ausgezeichnet, darunter 2007 mit dem Georg-Büchner-Preis.

Wie andere vor der Verleihung des Büchner-Preises veröffentlichten Werke nahm die Literaturkritik ‚Westend‘ kaum wahr oder kritisierte die Sprache als „manieriert-verschmockten Erzählstil der vorletzten Jahrhundertwende“ und die Einstellung des Autors zur Tradition als „Rückwärtsgewandtheit“.

Mit steigendem Bekanntheitsgrad würdigen Rezensionen zunehmend das „Frankfurt-Epos“ als Hauptwerk, erkennen die sprachliche Virtuosität des Autors an und loben Mosebach als den zur Zeit vielleicht bedeutendsten Vertreter des Gesellschaftsromans, der Themen wie Tradition und Fortschritt oder die Suche der Menschen nach kultureller Orientierung im Kontext unserer Zeit aufgreife und im Spektrum der deutschen Literatur unangepasst seine Position vertrete.

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Ich lese aus Martin Mosebachs ‚Westend‘ das erste Kapitel ‚Der Main‘, das ja die Grundmauer für das gewaltige Epos und für das Verständnis aller weiteren Entwicklungen wesentlich ist.

Dort könnt Ihr euch selbst ein Urteil bilden.

Übrigens: Lothar Ruske, seit Anbeginn des Lesefestes umtriebiger und erfahrener Organisator, meint: „Die sieben Kapitel des Buches bieten viele Themen. Es geht um Zerstörung und Wiederaufbau, um Architektur und Malerei, um Musik und Gesellschaft.“ Stadtspaziergänge, Museumsbesuche und Ausstellungen sind denkbar. Wer Ideen zu Veranstaltungen hat, sollte sich damit bei mir melden…

(Quellen: Offenbach Post Claus-Jürgen Göpfert  /  FNP Marcus Hladek)

Veranstaltungsorte:

  • Avetorstubb des Caritasverbandes / Frankfurt Sachsenhausen,
    • Affentorpl. 2, 60594 Frankfurt am Main
    • 9. Mai um 17 Uhr, Eintritt frei
  • Hofgut Goldstein/ Frankfurt Schwanheim
    • Tränkweg 32, 60529 Frankfurt – Schwanheim
    • 10. Mai um 19 Uhr, Eintritt frei

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